Es war hier zuletzt etwas stiller. Doch was wäre ein Jahreswechsel ohne gute Vorsätze, sagt ausgerechnet der, der dieses „Gute-Vorsätze"-Ding seit Jahren für überschätzt hält. Wie dem auch sei: Ich habe Lust, wieder häufiger zu schreiben, und starte mit meinen Karrieretrends für 2026.
Eine Einordnung vorweg: Diese Trends beruhen nicht auf repräsentativer Marktforschung oder wissenschaftlichen Studien, sondern auf meiner persönlichen Wahrnehmung des aktuellen Arbeitsmarktes und meinen Erfahrungen aus der Arbeit mit Jobwechslern und Bewerbern. Es sind beobachtete Entwicklungen, die sich für mich in der täglichen Karriereberatung verdichtet haben.
Mir sitzen in der Karriereberatung immer mehr Klientinnen und Klienten gegenüber, die, unabhängig von Alter, Ausbildung oder Position, bei einem Jobwechsel gezielt eine 4-Tage-Woche anstreben. Ihnen ist bewusst, dass dies in der Regel mit Einkommenseinbußen verbunden ist. Der Gewinn an Zeit überwiegt für sie dennoch.
Das lange dominierende „Höher, schneller, weiter" verliert weiter an Relevanz. Stattdessen rückt die Frage in den Vordergrund, was ein Job tatsächlich zurückgibt.
Ich halte diese Entwicklung grundsätzlich für gesund. Viele reflektieren ihr Berufsleben genauer, setzen sich bewusster mit ihren Werten auseinander und erkennen, wenn ein Job dauerhaft mehr Energie kostet, als er zurückgibt. Genau hier setzt gute Beratung an: nicht bei der schnellen Antwort, sondern bei der ehrlichen Frage nach dem, was wirklich trägt.